Juliane Stange - Architektin bei der HI Bauprojekt GmbH

Diplomarchitektin Juliane Stange arbeitet bereits seit über 10 Jahren bei der EPC Group. Sie begann 2007 als Projektingenieurin für Objektplanung/Architektur bei der EPC Engineering & Technologies GmbH in Rudolstadt.

Seit 2015 ist sie bei dem Tochterunternehmen HI Bauprojekt GmbH in Jena tätig. Dort ist sie als Architektin und Projektleiterin für die verschiedensten Projekte im Bereich der Objektplanung bis hin zur Generalplanung von Umbaumaßnahmen und Neubauten verantwortlich.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job besonders gut?

Als Architektin übernehme ich die unterschiedlichsten Planungsaufgaben. Sehr interessant finde ich die Vielfalt an abwechslungsreichen Projekten, egal ob große oder kleine und es ist spannend Teil dieser Projekte zu sein.

Faszinierend ist für mich auch die Zusammenarbeit mit Bauherren, die noch gar keine Vorstellungen von Ihrem neuen Gebäude haben. Die Herausforderung besteht darin, gemeinsam mit dem Bauherrn/Kunden die ersten Ideen und Konzepte zu entwickeln und seine Wünsche in meine Vorstellungen einfließen zu lassen.
Im besten Fall plane und betreue ich als Architektin ein Projekt von Anfang bis Ende, d.h. von der ersten Idee, den ersten Skizzen bis hin zur Fertigstellung und Übergabe an den Bauherren.

Haben Sie (berufliche) Vorbilder?

Ja, es gibt einige berühmte Architekten deutsche und internationale - wie beispielsweise Zaha Hadid und Le Corbusier - die ich bewundere, in dem was Sie entworfen und gebaut haben. Teilweise auch wie sie sich trotz Gegenwind durchgesetzt haben und wunderbare Kunstwerke geschaffen haben. Aber das sind für mich keine Vorbilder. Meine Vorbilder sind meine Eltern, die beide aus dem Bauwesen kommen. Ich bin quasi mit dem Thema Architektur und Bauen aufgewachsen.
Was mich dann auch zum Architekturstudium gebracht hat. Obwohl mir meine Mutter als Architektin damals davon abgeraten hat, weil sie wusste, dass es ein anspruchsvoller und oft auch harter Beruf ist. Wahrscheinlich auch, weil es in Deutschland so viele Architekten gibt. Aktuell über 130.000 Mitglieder in den Architektenkammern.

Wurden Sie in Ihrem Job jemals mit Vorurteilen konfrontiert? 

Zum Glück habe ich bisher noch keine Vorurteile erfahren müssen. Außer dass man als Berufsanfängerin und Frau auf dem Bau manchmal von den Handwerkern „schräg angeguckt“ wurde - nach dem Motto „…will die uns jetzt erzählen, was und wie wir was zu machen haben…“. Da könnte ich von einigen witzigen Situationen berichten. Aber das war nie wirklich diskriminierend oder persönlich, sondern eher belustigend.

Welche Fähigkeiten muss man mitbringen, um sich in einem männlich geprägten Berufsfeld durchzusetzen und erfolgreich zu sein?

Das Wichtigste ist, dass man an sich glaubt und an das, was man kann.
Als Frau muss man leider aber immer noch einmal mehr anderen beweisen, dass man die gleiche Arbeit genauso gut machen kann. Man muss selbstbewusst auftreten, seine eigene Meinung haben und die auch in schwierigen Zeiten vertreten, und dabei noch freundlich und authentisch zu bleiben. Aber das sind Eigenschaften, die Menschen in allen Berufen mitbringen sollten, was besonders in Stresssituationen nicht immer einfach ist.

Wie sehen Sie allgemein die Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt, die sich in einem technischen Umfeld bewerben? Welche Karrierechancen sehen Sie für Frauen speziell in der Ingenieurbranche?

Die Karrierechancen für Frauen schätze ich relativ gut ein, da zum Bespiel im Bereich der Architektur und im Bauwesen in den nächsten Jahren viele Kollegen in Rente gehen.
Außerdem braucht die Wirtschaft und auch Deutschland mehr Frauen. Vor allem Frauen, die gut ausgebildet sind und das technische Verständnis mit weiblicher Intuition verbinden können. Denn das ist das, was beim Planen ein wichtiger Baustein ist. Der Bauherr will sich verstanden und „abgeholt“ fühlen.